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John Katzenbach

Die Anstalt

Psychothriller

Knaur, 747 Seiten, 8,95€

ISBN-10: 3-426-62983-6

Der Titel passt: Erzählt wird vom Leben und Sterben in einer psychiatrischen Anstalt. Francis Petrel ist gegen seinen Willen als junger Mann in die Klinik eingewiesen worden. Dort wird er verwahrt und sediert, bis nach Jahren die Anstalt geschlossen wird. Eine Mordserie hatte dazu geführt.

In der Rückschau versucht der noch immer verwirrte Francis, die Ereignisse zu rekonstruieren. Damals hatte ein Mörder, den sie alle nur den "Engel" nannten, sich über eine kurzhaarige blonde Nachtschwester hergemacht. Mit seinem Freund Peter, der wegen seiner feurigen Vergangenheit einsitzt, und mit der jungen Lucy Jones von der Staatsanwaltschaft versucht Francis, dem Bösen auf die Schliche zu kommen.

Dabei wird schließlich klar, dass der Mord an der Schwester nur Teil eines furchtbaren Plans war, dessen Ende am Ende noch sehr umkämpft werden muss.

Das Buch lebt von der Beschreibung des Anstaltslebens mit seinen Verrückten und Skurrilen. Da man solcherlei Abirrungen zu Genüge bereits als Fertigbilder im Kopfe hat, ist es auf weite Strecken nur in neues Kuckuksnest, das da erforscht werden kann. der häufige Wechsel der Zeitebenen fügt der Geschichte nichts Köstliches hinzu.

Einzelne Figuren ragen aus dem Konvolut hervor und regen zum Weiterlesen an. Die Story selbst ist nur mäßig spannend. Das liegt auch am langatmigen Erzählstil. Katzenbach versteht es nicht sehr gut, den Leser von Kapitel zu Kapitel in Atem zu halten. Einzig das Finale ist flott erzählt und ziemlich gruselig.

Dem Lektorat wäre es sicher gelungen, 250 Seiten verlustfrei rauszukürzen. Vielleicht hätte man Katzenbach auch raten sollen, am Ende nicht einen No-Name-Killer aus dem Hut zu ziehen. No, Sir, we are not amused. Dafür hab ich nicht so viel mitspekuliert.

Nix für ungut,

 

(c) Scroll 2006

 

 



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