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John UpdikeSucht mein AngesichtRoman Deutsch von Maria CarlssonRowohlt 2005, 315 Seiten ISBN 3-498-06881-4 Eine alte Frau bekommt Besuch in ihrer Landeinsamkeit. Sie wird befragt von einer jungen Frau. Hope ist weit über 70, Malerin und Witwe des sehr viel bekannteren Zack, der sich im Suff totgefahren hat. Kathryn ist 27 und Kunsthistorikerin. Sie stellt die Fragen, die Hope nicht beantworten mag, weil sie es schon hundertmal getan hat. Und weil Hope das arrogante Fragen dieser Kathryn nicht mag. Denn die erklärt ihr mit ihren Fragen Hopes Leben, in das sie nun ihre spitze Nase steckt. In dem Interview entlockt sie Hope intime "Geheimnisse" um die Entwicklung der Kunst und der Künstler des Amerikas der 50er Jahre. Nebenbei gibts noch noch ein paar Bettgeschichten aus der "wilden Zeit". Das Gespräch zieht sich hin, das Buch auch. Wer sich für Schlüsselromane interessiert, darf zwischen den Zeilen raten, welcher der Großmeister mit welcher Macke gerade vorgeführt wird: Ja, Zack McCoy, der erste von Hopes drei Ehegatten ist Jackson Pollock. Ja, er pinkelt überall hin - wie dann später auch ein anderer, dessen bepinkelte Kupferplatten neulich in Düsseldorf zu sehen waren. Andy the Warhol? Oder Jasper Johns? Hope ist eine verzweifelte Muse, ihr Reden manchmal ein Bramabarsieren, in das auch der Erzähler wieder und wieder verfällt in Beschreibungen, die zwanghaft in Zentimeterangaben mit zwei Stellen hinterm Komma enden. Updike hat einmal (wie lange?) Kunst studiert. Das haben wir nun davon. Ein Mosaiksteinchen in Updikes Amerikabild ist dieses Buch. Für schwarzegewandete Vernissage-Junkies ein Muss. Für die anderen sei empfohlen, Updikes Rabbit-Romane zu lesen.
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